{"id":159,"date":"2007-03-24T12:48:35","date_gmt":"2007-03-24T11:48:35","guid":{"rendered":"http:\/\/rocknroll-reporter.de\/blognroll\/?p=159"},"modified":"2007-03-24T12:48:35","modified_gmt":"2007-03-24T11:48:35","slug":"bastian-sick-war-toll-und-die-waz-ist-doof","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tanterock.de\/?p=159","title":{"rendered":"Bastian Sick war nett und die WAZ ist doof"},"content":{"rendered":"<p>Am Donnerstag war ich f\u00fcr die WAZ bei Bastian Sick in der Stadthalle M\u00fclheim. Das war wirklich lustig, obwohl, oder vielleicht gerade weil, ich mir davon nicht so viel erwartet hatte. Als Fan seiner Kolumnen und &#8222;Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod&#8220;-B\u00fccher war ich jedenfalls ganz wild darauf, dar\u00fcber zu berichten. Und da dies eben ein Bericht \u00fcber den Grammatik-Guru war, habe ich mir extra viel M\u00fche mit dem Text gegeben und in meiner Mail an die Kollegen sogar extra darum gebeten, sich kurz zu melden, wenn etwas zu k\u00fcrzen sei, ich w\u00fcrde es dann lieber selbst machen. Eben habe ich dann auf WAZ-online meinen Text gefunden &#8211; in dem ganz schrecklich herumgepfuscht wurde (jedenfalls nach meinem Empfinden). Sogar Fehler haben sie eingebaut! Ich bin sowas von stocksauer!!!!!<\/p>\n<p>Hier jedenfalls jetzt mein Text -so wie ich ihn geschrieben habe:<\/p>\n<p>&#8222;Sind wir nicht alle ein bisschen Sibylle? Haben &#8222;Mund-zu-Mund-Propaganda\u201c betrieben oder eine Sache in \u201egr\u00fcne T\u00fccher gebracht\u201c? Sibylle jedenfalls ist Meisterin im Verdrehen von Redewendungen und Sprichw\u00f6rtern. Das behauptete zumindest Bastian Sick am Donnerstagabend in der ausverkauften Stadthalle. Der Autor der \u201eDer Dativ ist dem Genetiv sein Tod\u201c-Trilogie hatte hier mit seiner \u201eTournee zum Buch\u201c Halt gemacht und zeigte zweieinhalb Stunden lang, dass deutsche Grammatik durchaus Spa\u00df machen kann. Nachdem eine freundliche Stewardess von der b\u00fchnenf\u00fcllenden Leinwand herab darum gebeten hatte, die Handys &#8211; auch \u201edem Nachbar seins\u201c &#8211; auszuschalten, enterte der Hamburger Spiegel-Online-Kolumnist die B\u00fchne, um sich gleich \u00fcber die seltsamen Ansagen der Deutschen Bahn zu wundern (\u201eDer Zug trifft in der Ankunft ein\u201c). Dann folgte eine bunte Mischung aus Haarspaltereien und Wissenswertem, garniert mit Beispielen aus dem Leben und gew\u00fcrzt mit einem kleinen Quiz. Die Einblendungen auf der Leinwand, die dem Publikum die allt\u00e4glichen Misshandlungen der deutschen Sprache vor Augen f\u00fchrten, sorgten f\u00fcr andauernde Lachsalven aber auch f\u00fcr ein wenig Fassungslosigkeit: sei es nun die seltsame Aufforderung \u201eTrink Wasser f\u00fcr Hunde\u201c, die \u201estrafende K\u00f6rper-Lotion\u201c oder die \u201eLexica&#8217;s\u201c (aufgenommen ausgerechnet in einem Markt, der mit \u201eIch bin doch nicht bl\u00f6d\u201c f\u00fcr sich wirbt). Die Unsitte, alles zu apostrophieren, was nicht niet- und nagelfest ist, entgeht dem strengen Blick Sicks ebenso wenig wie die Stilbl\u00fcten der Zeitungen. Da gibt es die \u201eLehrer-Fortbildung zu Neonazis\u201c und die \u201eDeutschpflicht bekommt neue F\u00fchrsprecher\u201c. Kurz vor der Pause wurde dann das Publikum auf die Probe gestellt. Per Handheben wurde dar\u00fcber abgestimmt, ob Frau Merkel den US-Pr\u00e4sident oder den US-Pr\u00e4sidenten traf, ob die Klasse anscheinend oder scheinbar nicht aufgepasst hatte und ob eine Zeitung, die alle zwei Wochen herausgegeben wird, 14-t\u00e4gig oder 14-t\u00e4glich erscheint. Dabei zeigte sich, dass viele Zuschauer die B\u00fccher und Kolumnen Sicks offenbar noch nicht gelesen hatten \u2013 denn nachdem sich bei der ersten Frage die meisten H\u00e4nde noch richtig f\u00fcr den \u201ePr\u00e4sidenten\u201c nach oben reckten, waren es f\u00fcr die richtige Anwort \u201eanscheinend\u201c schon weniger und das korrekte \u201e14-t\u00e4glich\u201c fand nur ganz wenig Anh\u00e4nger. Die M\u00fclheimer hielt dieses Nicht-Wissen nicht davon ab, sich pr\u00e4chtig zu am\u00fcsieren, auch wenn Bastian Sick anzumerken war, dass sein Zuhause der Schreibtisch und nicht die B\u00fchne ist. Denn seine Sprache und Gestik waren h\u00f6lzern und wirkten unsicher. Selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnte man ihm vorwerfen, er w\u00e4re ein engstirniger Erbsenz\u00e4hler, der sich \u00fcber die Schw\u00e4chen seiner Mitmenschen lustig mache. Fakt ist jedoch, dass er \u00fcber weitaus weniger Patzer zu berichten h\u00e4tte, w\u00e4re der Deutschunterricht an den Schulen so am\u00fcsant wie Sicks Auftritt in der Stadthalle.<br \/>\nFalls Ihnen in diesem Artikel trotz meiner sorgf\u00e4ltigen Pr\u00fcfung noch Ungereimtheiten oder Fehler aufgefallen sind, so bitte ich Sie im Namen von Sibylle, noch einmal \u201eViere gerade sein\u201c zu lassen, denn schlie\u00dflich ist ja noch \u201ekein Meister zum Brunnen gegangen\u201c und \u201eder Ein\u00e4ugige ist unter den Lahmen K\u00f6nig\u201c! &#8220;<\/p>\n<p>Ich habe eben \u00fcbrigens aus sicherer Quelle erfahren, dass Herr Sick wohl jenseits der B\u00fchne ein ziemlich arrogantes Arschloch sein muss &#8211; was mich allerdings nicht wundert. Auf der B\u00fchne hat er jedenfalls am\u00fcsiert&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag war ich f\u00fcr die WAZ bei Bastian Sick in der Stadthalle M\u00fclheim. 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