Ok – das Video ist jetzt etwas verwirrend, aber genau dieses läuft nebenan im Restaurant meiner Unterkunft seit ich hier bin in Heavy Rotation. Der Besitzer, ein Deutscher, scheint ein großer Country-Fan zu sein. Ist zwar jetzt nicht mein bevorzugter Soundtrack für Thailand, aber et is wie et is …

Heute war ein wirklich glorioser Tag. Ich bin sehr früh wach geworden (ok – nicht so glorios) und hab mir deswegen gemütlich den Sonnenaufgang gegeben. Dann habe ich mich auf die Suche nach einem Boot gemacht, denn ich wollte mir unbedingt noch die Phraya Nakhon Höhle mit seinem Tempel ansehen. In der Höhle steht ein kleiner Pavillon, der 1890 für König Rama V erbaut wurde. Da die Höhle oben ein Loch hat, gibt es da ein wunderbares Lichtspiel – allerdings nur vormittags. Zu erreichen ist sie nur über eine kleine Bucht, von der aus man noch einen ziemlich steilen Weg hoch und wieder runterkraxeln muss . Die Bucht selber kann man auch zu Fuß erreichen, aber von meinem Hotel aus wären das mal locker 2 Stunden Fußweg gewesen. Überall im Internet stand, dass man von einem Longtailboot (das sind kleine Botte mit so einer Art Rasenmäher-Propeller an einem langen Stab, der ins Wasser gesteckt wird und so das Boot antreibt und lenkt) dorthin gebracht werden kann – für ca. 200 Baht (das sind immerhin stolze 6 €). Doch irgendwie gab es an meinem Strand sowas nicht. Dafür aber im Meer badende Kühe. Hab ich bisher auch noch nie gesehen und fand es sehr spannend. Vor allem schien es allen bis auf einer auch Spaß zu machen. Und die Wasserscheue durfte dann auch am Ufer bleiben. Aber Boote gab es keine. Ich habe dann eine „Touri-Info“ gefunden, die mir die fröhliche Mitteilung machte, ich könne ein Boot mieten – für 1.200 Baht (also ungefähr 36 €!). Das sprengte mein eh schon schmales Budget komplett und ich kämpfte mit der Wahl zwischen 2 Stunden laufen oder die Höhle sausen lassen. Dann habe ich aber mitbekommen, dass außer mir noch andere Menschen dort rumlungerten. Die hatten wohl ein Boot gemietet. Ich habe dann einfach mal ganz vorsichtig gefragt, wo sie denn hinwollen und bekam sofort das Angebot, dass ich gern mitfahren kann. So habe ich die überaus nette Familie Nimsz aus Polen kennengelernt.

Ich habe mich dann mit 240 Baht an der Tour beteiligt und unser Kapitän hat uns erst zu Monkey Island gefahren, wo es keinen Gybrush Threepwood gab, aber jede Menger Affen, die grimmig geguckt haben und einen Mann, der uns die Tickets für den Nationalpark verkauft hat (das hätten wir auch direkt am Strand vor der Höhle machen können, aber er wollte wohl seinem Kumpel einen Gefallen tun – und so haben wir wenigstens einen Blick auf die Insel mit ihren legendären biestigen Affen werfen können. Der Strand, an dem wir dann gelandet sind, war wirklich wie aus einer Barcadi-Werbung, strahlend weißer Sand, türkisfarbenes Wasser – da war mein „Hausstrand“ aber wie DDR 1885 dagegen … Doch wir wollten ja rechtzeitig in die Höhle und haben uns daher direkt an den steilen Aufstieg gemacht. Kurz davor haben uns noch ein paar Affen aufgelauert, und vor allem einer hat sich wirklich genauso benommen wie ein schwer pubertierender Halbstarker, der versucht, einen auf dicken Max zu machen, um die Passanten zu erschrecken. Dann wurde mir mal wieder bestätigt, dass Thais Serpentinen für Fußgänger für absolut unnötig halten. Wozu so eine Weichei-Variante, wenn man doch einfach geradeaus den Berg hochlaufen kann. Eine Steigung von 140 Grad? Pillepalle! (Ok, vielleicht etwas übertrieben, vielleicht aber auch nicht). Zum Glück war ich ja aus Chiang Mai Kummer gewohnt und bin recht zügig, wenn auch schweißgebadet, oben angekommen, um mich dann in den ebenso steilen Weg nach unten in die Höhle zu stürzen.

Schon der „Frozen Waterfall“ (oder so) war toll – Stalagtiten, die wirklich so aussahen, als ein ein Wasserfall im Fluß erstarrt. durch eine ebenfalls offene Höhle mit Bäumen bin ich dann endlich in die berühmte Höhle mit dem Pavillion gekommen. Und es war einfach atemberaubend! Ich lasse da die Bilder für sich sprechen, wobei es in echt noch tausendmal toller war. In einer Ecke gab es noch einen kleinen Altar und außerdem haben Rama V, VI und !X (das war der letztlich verstorbene Bhumibol) sich mit ihrer Unterschrift verewigt haben. Königliches Graffiti sozusagen. Ich hab mich etwas im Anstarren und Knipsen des Tempels verloren und hab dadurch meine polnische Familie verloren und nicht wiedergefunden. Ich sah mich schon einsam zurückgelassen (der katastrophale Grenzüberschritt in Kambodscha hat wirklich seine Spuren hinterlassen) und hab mich hurtig auf den Rückweg gemacht. Wieder am Strand hab ich erstmal weder das Boot noch die Menschen gefunden und wurde doch ein wenig nervös. Aber gar nicht lange darauf gab es dann ein euphorisches Wiedersehen und erstmal eine schöne kühle Kokosnuss, bevor wir dann wieder zurück zu unserem Strand gefahren sind. Es war wirklich ein zauberhafter Ausflug mit diesen mir bis dato völlig fremden Menschen und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Und wir haben uns gegenseitig versprochen, uns unsere Heimatstädte zu zeigen, wenn es uns dorthin verschlägt!

Ich bin dann über den Strand, der über und über voller winziger Krebse war, die sich panisch vor mir in Sicherheit gebracht haben, zu meinem Resort zurück und habe mir dort ein kleines blaues Fahrrad geliehen. Damit bin ich den Strand in die andere Richtung abgeradelt. Gestern hab ich das ganze zu Fuß (da waren alle Räder weg) in die andere Richtung gemacht, was zu einem etwas größeren Gewaltmarsch ausgeartet ist. Wirklich witzig: Hier ist absolut nichts los, es gibt keinen richtigen Ort, nur Hotels und ein paar Restaurants verteilt auf diverse Kilometer – aber es hat fast die ganze Bucht entlang einen sehr hübschen Fahrradstreifen! Am Ende der Bucht bin ich dann noch kurz ins Hinterland ausgebrochen, habe einen Tempel besichtigt und nachdem mich diverse Autos angehupt haben, eingesehen, dass es als Radfahrer auf einer Schnellstraße vielleicht doch nicht so cool ist und bin wieder an die Küste zurück. Langsam taten mir dann aber auch die Beine weh und ich habe mir an einem hübschen Resort mit Schaukel-Bank noch eine Kokosnuss gegönnt (ich hab ja nicht mehr viel Zeit, da muss ich mein Kokosnuss-Konto füllen!), bevor ich dann endlich wieder daheim aufgeschlagen bin. Und netterweise braucht ich noch nicht mal Miete zahlen, weil ich das Rad nur für ein paar Stunden benutzt habe. Natürlich bin ich auch noch mal im Wasser gewesen – schließlich wird es wahrscheinlich seeeehr lange dauern, bevor ich das nächste mal in den Genuss kommen werde, in dem badewannenwarmen Wasser des Golfs von Thailand zu plantschen … Mit einem Abendessen am Strand habe ich mich dann verabschiedet – denn morgen früh geht es zurück nach Bangkok. Und bei meinem letzten Gin Tonic in meinem Blue Beach Resort habe ich dann zum x-ten Mal „Good Morning America“ gehört und bin fast melancholisch geworden … (Mit dem Hochladen der Bilder klappt es gerade nicht, sorry).

Episch