https://youtu.be/KFQQVEd5LoM

Heute hatte ich wirklich andauernd Pipi in den Augen. Ich habe das Gefühl, gerade erst wieder richtig angekommen zu sein. Was mir schon länger aufgefallen ist: Ich bin jetzt über 30 Tage allein auf Tour und habe mich nciht eine Sekunde einsam gefühlt. Das lag natürlich auch an dem Social Media-Kontakten zu euch lieben Menschen, die mir wichtig sind, und an den tollen Leuten, mit denen ich kurz oder länger unterwegs Kontakt hatte, wie die liebe Maren, mit der ich die Ruinen von Ankor Wat und Co erkundet habe, Jess, der dänische-schottische Arzt, mit dem ich morgens in Chiang Mai meinen Tee getrunken un geplaudert habe, Gabriela und Marcus, die mich in ihrem Boot mitgenommen haben und mir so den Besuch dieser unglaublichen Höhle ermöglicht haben (Das Versprechen steht: Ich zeige euch gern Köln, wenn ihr wollt!) und all die vielen kurzen Kontakte mit Lachen und Reden von Touristen und Einheimischen, wenn kurzfristig Fremde zu Freunden wurden. Mir wird immer noch warm uns Herz, wenn ich an „Jane“ unserer Reiseführerin bei meiner Nordhailand-Touri-Tour denke, die mich zum Abschied fest umarmt und ersthaft besorgt gesagt hat, ich solle auf mich aufpassen. Thailand ist definitiv nicht mehr so, wie es vor 11 Jahren war, aber immer noch gibt es so viele Menschen, die einfach bedingungslos helfen, Einheimische wie Farangs – das ist ein ganz großer Teil, der mich Thailand weiterhin so lieben lässt, und der meine Augen glasig macht, wenn ich daran denke, dass ich auf unbestimmte Zeit nicht wieder hier sein werde. Ich werde auch das Wetter vermissen, die Garküchen und Straßenstände mit ihrem unbeschreiblich leckeren Essen und Getränken, die Tempel mit ihrem Glanz, ihrem Geruch nach Räucherstäbchen und ihrer Ruhe, die langsamen Züge mit ihren fliegenden Händlern, das badewannenwarme Meerwasser mit all seinen Bewohnern, die vielen Tiere auch an Land und in der Luft (ok – nicht die Moskitos, auf die kann ich echt verzichten) und noch so viel mehr.

Natürlich freue ich mich auf meine Freunde und Familie daheim, freue mich, meine Mitbringsel zu verteilen, meine Geschichten „in echt“ zu erzählen, endlich wieder selbst zu kochen (Salat! Bratkartoffeln! Spaghetti! Alles, was ich zwischendurch bei Pinterest gepinnt habe!), Straßenverkehr, in dem Fußgängerampeln normal sind und Verkehrsregeln größtenteils beachtet werden, und, und, und – aber der Abschied fällt mir wirklich schwerer, als ich jemand gedacht hätte …

Heute bin ich noch einmal mit dem Klongbusboot gefahren, durch die Straßen gelaufen, habe vorzüglichst handgemachte Wasauchimmerjedenfallohnetiere gegessen habe (schaut mal bei Insta guichaisapanhan), war nochmal (eher zufällig) am Blumenmarkt, wo ich mich mit einem Thai über die Niederlage des FC Köln gegen Bayern unterhalten, aber seine Einladung zum Bier ausgeschlagen habe und bin dann doch noch im Oriental gelandet, einem der besten und ältesten Hotels der Stadt. Eigentlich war ich fast bei jedem meiner Thailandbesuche hier einen Cocktail trinken. Nach wie vor kostet der so viel wie bei uns in einer gehobenen Cocktailbar, dafür wird man dort aber behandelt, als wäre man ein Ehrengast, auf den man sehnlichst gewartet hat (ok – der Corona-Virus zeigt auch hier seine Auswirkungen. Bevor ich die heiligen Hallen betreten durfte, wurde mir von dem netten jungen Mann vor der Tür mit Infrarotthermometer die Temperatur gemessen (36,5 – immerhin ein paar Grad über Lufttemperatur)). Nach meinem „Gin Basil Irgendwas“ hatte ich leider schon einen sitzen, weswegen es bei dem einen geblieben ist (besser so, wahrscheinlich). Aber ich durfte noch mit dem hoteleigenen Bootshuttle auf die andere Seite des Chao Phraya übersetzen, weil ich – angelockt von dem musikalischen Wasserspiel, das ich von der Terrasse bewundern konnte – unbedingt noch zu dieser neuen Nobelmall wollte. Und auch hier wurde ich – ungeachtet der Tatsache, dass ich heute in dem „Trage ich heute noch, kommt dann in den Müll und nicht mit nach Hause“-Chic gekleidet war – wie eine Königin behandelt. Das ist schon echt was feines … Die „Icon Siam“-Mall ist dafür berühmt, dass sie quasi die Garküchen der Straße in künstlich unter einem klimatisierten Dach vereint. Sozusagen für die Menschen, die Angst davor haben, sich Bangkok in der freien Wildbahn anzusehen. Für mal gucken war das ok, aber irgendwie hat mich das auch latent aggressiv gemacht. Die Mall hat auch einen kostenlosen Shuttleservice, der mich dann auf die andere Seite zum River City Bangkok gebracht hat.

Die Werbung auf dem Boot hat mich wieder an eine Ausstellung erinnert, die mir schon vor knapp 5 Wochen ins Auge gefallen war: „Something Nouveau“, eine multimediale Ausstellung zu den Werken von Klimt, Mucha und Beardsley – und die war eben genau in diesem Center am Anleger. Ich bin ein großer Fan von Jugendstil-Kunst und auch wenn ich Beardsley namentlich vorher noch nicht kannte – wenn mir so etwas quasi vor die Füße geworfen wird (zu einem noch okeyen Eintrittspreis von 350 Baht/ca. 10 Euro), habe ich mir das als etwas anderen Schlusspunkt meiner Reise gegeben Und auch wenn es eigentlich nur ein paar Infos zu den Künstlern und zwei Mulitmedia-Räume waren (ein kleinerer 3D, ein großer 2D), fand ich es wirklich super, vor allem den 2D-Raum. die Werke der Künstler wurden auf Wände und Boden projeziert, aber nicht einzeln, sondern als eigenes Mosaik-Kunstwerk, untermalt mit Musik. Und was das allertollste war: Ich war zu dem Zeitpunkt der einzige Besucher! Ich hat diesen großen Raum voller Farben, Bildern und Musik ganz für mich allein! Und das habe ich weidlich augekostet. Ich habe nicht nur überall gestanden und gesessen – ich bin bin zur Musik durch den Raum getanzt und habe meine eigene Flip-Flop-Choreografie entwickelt (ja, ich hatte nur einen Cocktail und der war schon zwei Stunden her). Wenn es dort eine Überwachungskamera gegeben hat, hat da jemand viel zu lachen gehabt. Ich jedenfalls hatte sehr viel Freude. Und dann war der letzte Tag in Thailand auch schon vorbei. Ich habe mir am Hotel noch ein Bier in der warmen, weichen Luft gegönnt, und nun werde ich schnell das Licht löschen, denn morgen ganz früh geht es dann ab zum Flughafen und nach Hause. Aber um es noch einmal mit meinem Lieblingsdoctor zu sagen: I DON’T WANT TO GO!