Unverschaemtheit, das! Ich sitze hier in Da Lat (oder wahlweise Dalat, das halten die hier wie die Dachdecker) und habe eine kalte Nase. Und eine lange Hose an. Und eine Jacke! Hier sind hoechstens 22 Grad! Das sind mindestens 15 Grad weniger als in Saigon. Als ich den Bus verlasse habe (in dem zum Glueck die Klimaanlage nicht richtig funktionierte, ich hasse diese Dinger ja), dachte ich, ich wuerde ein AC-gekuehltes Zimmer betreten. Ich glaube, ich habe ziemlich doof geguckt. Aber sonst ist ganz schoen hier. Ganz spontan habe ich heute morgen beschlossen, dass ich kein Museum von innen sehen moechte und habe sogar noch einen Vormittags-Bus nach Da Lat bekommen. Eine ganze Weile lang hatte ich hin und her ueberlegt, ob ich mit den „normalen“ Bussen fahre oder das „Open Bus“-Touri-Angebot nutze. Meine mir gegebene Faulheit und die damit verbundene Zeitersparnis hat dann der Touri-Variante den Vorzug gegeben. So habe ich jetzt bereits die Tickets nach Na Thrang, Hoi An und Hue in der Tasche und muss mich nicht damit herumschlagen, wo und wann die Busse losfahren. Ausserdem gibt es unterwegs sogar noch Sightseeing-Stopps. Und da mich das Ticket insgesamt nur rund 13 Euro gekostet hat, kann ich ja auch immer noch unterwegs umschwenken, wenn mir danach ist. Von Hue aus werde ich dann den Nachtzug nach Hanoi nehmen, dann habe ich dieses Verkehrsmittel auch noch ausprobiert.
Ausserdem hat mir der 25-jaehrige Angestellte des Tourbueros, in dem ich das Ticket gekauft habe, seine ewige Liebe geschworen und will mich unbedingt heiraten. Er meinte, ich sei genau im richtigen Alter fuer ihn und ich solle ihm ruhig glauben, dass er es ernst meine. Wir haben uns beide halbtot gelacht…
Dalat scheint so etwas wie das Davos Vietnams zu sein. Hier machen die Hitze geplagten Saigoner Urlaub, kaufen Pudelmuetzen und gehaekelte Erdbeer-Schluesselanhaenger und geniessen das frische Wetter und die Berge (naja, eher Sauerland-Niveau). Hier sieht man wirklich die Leute mit Daunenjacke, Schal und Muetze herumlaufen, gleich neben Leuten in Badelatschen und T-Shirt.
Die Luft hier ist allerdings wirklich eine Erholung nach der ganzen Abgas geschwaengerten, feuchten Luft Saigons.
Ich denke, hier werde ich zwei, drei Tage Station machen, bevor ich weitertoure, Wasserfaelle und Bergvoelker und so angucken – es sei denn, ich friere zu sehr, dann geht es wieder an die Kueste.
So, jetzt kaufe ich mir eine Pudelmuetze und geh schlafen!
Holladihue!