Erst musste ich meinen armen Koerper in ein Schlafabteil in Form (und Groesse) eines Handschuhfachs pressen, sprich in bin im „Sleeper“ nach Bangkok gereist, dann bin ich gleich umgestiegen in den Zug nach Pak Chong, am Rande des Khao Yoi Nationalparks. Dies ist der aelteste und drittgroesste Nationalpark Thailands. Da ich ja nicht viel Zeit hatte (ich muss ja noch fuer Euch einkaufen ;-)), habe ich mich gleich am Bahnhof von einer Abgesandten einer der Guesthouses abschleppen lassen und sofort eine 1 1/2 Tages-Tour gebucht. So ging es dann gleich am Nachmittag zur Besichtigung einer kleinen Tropfsteinhoehle mit jeder Menger Fledermaeusen. Richtig klasse wurde es aber erst spaeter, als wir von einem Feld aus beobachten konnten, wie 4.000.000 Fledermaeuse (in Worten: vier Millionen, echt wahr) in einem Zug ihre Hoehle in einem Berg verliessen. Die Viecher sind zwar sehr klein, aber in solchen Mengen machen sie richtigen Laerm. Es sah wirklich irre aus. Als Abschluss wurde dann eine Fahrt durch den dunklen Nationalpark gemacht, Tiere beobachten. Damit wir ueberhaupt was sehen konnten, leuchtete eine Thai mit einer grossen Lampe durch die Gegend, und richtig, wir haben ein paar Was-auch-immer-fuer-Hirsche, ein Zibet und – obercool – eine rund 3 Meter lange Python, die sich vor uns ueber die Strasse robbte. Ich habe zum ersten Mal gesehen, wie eine so grosse Schlange sich bewegt. Sie schlaengelt ueberhaupt nicht wie man es sich vorstellt, sondern sie bewegt sich eher wie eine Schnecke vorwaerts (natuerlich nur schneller). OK, dass macht natuerlich noch keinen Muskelkater. Am naechsten Tag wurden wir jedoch auf unsere Dschungeltauglichkeit getestet. Unser Guide hat uns gnadenlos ueber Stock und Stein, Felsen hoch, Wurzeln runter, quer durch den Urwald gejagt. Und das ganze in einem Tempo, als gelte es den New York Marathon zu gewinnen. Dafuer hatten wir aber wirklich geniales Dschungelfeeling (nennt mich bitte ab sofort Indiana-Jane), haben unter einem Wasserfall gebadet, tolle Landschaften, Gibbons und Hornbills (grosse Voegel mit noch groesseren Schnaebeln, habe den deutschen Namen vergessen) gesehen, aber leider keine Elefanten. Ausserdem musste ich feststellen, dass ich definitiv nicht schwindelfrei bin. Wir waren an einem wunderbaren Aussichtspunkt, eine Felsplattform weit oben auf einem Berg, von dem aus man einen tollen Blick ueber den Dschungel hatte. Das Problem war nur, dass es am Ende der Plattform ungefaehr 200 Meter senkrecht Richtung Urwald ging. Da ist mir doch maechtig schwindelig geworden und als ein Typ aus der Gruppe (natuerlich wieder ein Mann! Angeber!) sich ganz gemuetlich an den Rand setzte, die Beine baumeln lies und ab und zu herunterguckte, bin ich fast hysterisch geworden. Beim letzten Wasserfall habe ich dann auch gememmt, als es hiess, ich muesse nur „mal eben“ ueber drei Steine springen, dann haette ich einen viel besseren Blick. Immerhin standen wir nicht am Fusse, sondern am Beginn des rund 70 Meter hohen Falls… Nicht ohne meinen Fallschirm…
Und jetzt sitze ich wieder in Bangkok und meine Beine bringen mich fast um, da hat auch eine 1 1/2-stuendige Thaimassage nur am Rande Erleichterung gebracht. Trotzdem habe ich mich bereits aufgemacht, meine Extrem-Shopping-Plaene in die Tat umzusetzen. Die Platzfrage waere schonmal geklaert, ich habe mir naemlich wirklich noch einen Rucksack gekauft, ein tolles Ding, Ihr werdet es ja sehen. Die Prognosen fuer die Muschel-Flipflops sind allerdings etwas duester, denn alle, die ich bisher entdeckt habe, waren in Zwergengroesse und ziemlich haesslich. Aber da Tatjana mir meinen Kater ja nur gegen Schuhe zurueckgibt, bleibe ich weiter am Ball. Ich hoffe nur, der zweite Rucksack reicht aus 😉 Nebenbei versuche ich noch an Thaifood in mich reinzustopfen, was reingeht, stosse dabei aber immer viel zu schnell an meine Grenzen.

Und wenn ich nicht geplatzt bin, dann komme ich auch wieder

Silke (geht essen)