… und meine Sommersprossen verbinden sich langsam zu geheimnisvollen Zeichen – sollte ich ein Medium fuer den Kontakt von Ausserirdischen zur Menschheit sein?

Hallo Ihr Lieben, nein, ich habe keinen Sonnenstich. Alles entspricht der Wahrheit (ok, das mit den Ausserirdischen vielleicht nicht). Mich hat es nach der letzten Mail in eine Bungalowanlage suedlich von Chumpon verschlagen, in der ich (mal wieder) fast allein unter Thais war. Hinter meiner Badezimmerwand wohnte ein riesig grosser Gecko (habe einmal versucht, ihn zu fotografiern, er ist aber eher kamerascheu), der vor allem durch naechtliches „Gecko“-Geschrei auf sich aufmerksam machte. Da die Badezimmerwand gleichzeitig die andere Seite der Schlafzimmerwand war, war ich meinem tiefen Schlaf ausgesprochen dankbar. Jedenfalls als ich die Tage auf dem Klo sass (ja, ein Sitzklo, heureka!) hoerte ich hinter eben dieser Wand laut und vernehmlich dreimal ein verschupftes „Hatschi“. Ich hoffe, er hat sich nicht bei meinem haeufigen Einsatz des Ventilators verkuehlt. Ueberhaupt begleitet mich der Ruf des Geckos schon die ganze Zeit, selbst in Bangkok wohnte einer dieser netten, Ungeziefer-vernichtenden Echsen in meinem Guesthouse. Vielleicht liegt es daran, dass ich bis heute noch keine einzige Kakerlake gesehen habe (ich bin schon fast ein bisschen enttaeuscht, aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend…

Apropos Tierwelt: Mein zweiter Schnorchelausflug (zusammen mit einem jungen Thai-Paerchen) hatte nicht nur Erinnerungen an jede Menge bunter Fische und toller Korallenbaenke zur Folge, sondern auch einen Hintern, mit dem ich jedem Pavian Konkurrenz machen kann (offensichtlich war mein T-Shirt, das ich zur Sicherheit angezogen hatte, nicht lang und die Sonnencreme nicht wasserfest genug). Daher bin ich doch sehr froh, dass ich fuer heute Abend noch einen Platz im Schlafwagen bekommen habe. Ich hoffe, das dieser genauso aussieht, wie ich ihn in Erinnerung habe. Damals, als ich von Surrat Thani nach Bangkok gefahren bin – 3. Klasse Sitzplatz, weil alles sonst ausgebuch – durfte ich durch diese Waggons ja leider nur durchlaufen. Aber die Optik war gar schnuckelig. Wenn Jack Lemmon und Tony Curtis ploetzlich ihren perueckenverkleideten Kopf durch den Vorhang gesteckt haetten – es haette mich nicht verwundert (ok, ein bisschen schon), so sehr hat mich die Szenerie an „Some like it hot“ erinnert. Von Bangkok aus moechte ich gern noch fuer zwei Tage nordwaerts (nur ein Stueckchen), in einen der zahlreichen Nationalparks, um ein wenig Dschungelluft zu schnuppern. Ich konnte mich zwar nur schweren Herzens von Strand, Meer und Haengematte losreissen (letztere kann ich ja wenigstens mit nach Hause bringen, der Rest muss leider hier bleiben), aber da ich ja leider nicht hier bleiben kann, kommt es auf den Tag mehr dann auch nicht mehr an. Und dann muss ich ja schon den Shopping-Entspurt einlegen, denn am Freitagabend sitze ich wieder im Flieger, Richtung Dubai (Wiege des beruehmten Liedes „Dubai, dubai, du“, faelschlicher Weise bekannt als „Strangers in the night“).
Uebrigens: Bei all dem Sommersprossen-Sonnenbrand-Geschwafel von meinereiner – glaubt mal ja nicht, dass ich braun bin. Habe zwar ganz nett Farbe angenommen, aber nicht mehr als andere, wenn sie dreimal auf der Sonnenbank waren. Die Thais muessten da eigentlich neidisch drauf sein. Hier schmieren sie sich sogar mit „Whitening Creme“ ein, um eine hellere Haut zu bekommen – ehrlich!
Also, seit froh, dass Ihr im kalten Deutschland sitzt und Eure weisse Haut pflegen koennt!

Alles Liebe
Silke (wartet auf den Zug)