Das Zimmer habe ich genommen, hauptsaechlich aus Faulheit, weil ich keine Lust hatte, mir etwas anderes zu suchen. Aber es ist gross und in Ordnung, nix weltbewegendes, aber ich will hier ja auch nicht alt werden. Es ist wirklich schrecklich, wie schnell ich hier verwoehnt worden bin. Eigentlich hatte ich mich ja auf karge Zimmer mit Gemeinschaftsdusche eingestellt – aber wenn ich fuer max. 7 $ (rechnet euch selbst aus, wieviel Euro das sind ;-)) ein Zimmer mit eigenem Bad, Satelitenfernsehen, AC, Kuehlschrank, Fruehstueck und Internetnutzung haben kann – warum dann darben?
Morgen werde ich dann einen Touri-Ausflug in die Halong-Bucht machen. Aber heute bin ich halb Hanoi zu Fuss abgewandert und habe eisern alle Angebote der Motorrad-Taxis abgelehnt. Dafuer tun mir jetzt auch die Fuesse weh…
Hanoi hat mehr Motorraeder und vor allem auch mehr Autos als Saigon. Und Orangen-Baeumchen sind momentan schwer angesagt – das sind meine ersten Eindruecke. Ueberall sieht man ploetzlich kleine, mit Orangen bestueckte Baeumchen durch den Verkehr huschen – wirkt so, weil sie natuerlich (wie alles, sogar Schweine!) per Motorroller transportiert wurden. Ansonsten hat mich hier die Grossstadt (jedenfalls was man in Vietnam so nennen kann) wieder eingeholt. Und ich muss euch eines wirklich gestehen: Das ganze Gehupe geht mir inzwischen wirklich ziemlich auf den Sack auf die Eier auf die Nerven. Mensch, ist das laut… Mein Hotel liegt uebrigens gleich am Markt, das heisst, sofort vor der Tuer werden die wildesten Dinge verkauft. Dabei faellt mir ein: In Dalat habe ich auf dem Markt wirklich etwas Gruseliges gesehen. Dort verkaufte eine Frau frisch geschlachtete, recht grosse Fische, die einfach in der Mitte auseinandergehackt worden waren. Und einer dieser Fische, der ja nur noch halb da war, schnappte weiterhin panisch nach Luft…. Gruseliges gab es hier auch schon – ich habe meinen ersten gegrillten Hund gesehen (ich bin mir jedenfalls fast sicher). Als ich so durch Hanoi streifte, wehte an einem Lokal der Win ploetzlich ein Stueck Zeitung in die Hoehe, die ein Tablett mit geraeuchertem oder gegrillten Tierstuecken bedeckte. Und was mir dort entgegengrinste, war ein Tierkopf mit spitzen Eckzaehnen… Einer der Motorrad-Guides, die mich angequatscht haben, wollte mich auch zu einem Hunde-Menue ueberreden – aber ich esse ja kein Fleisch. Wobei ich, falls ich jetzt eben keine halbe Vegetarierin waere, wirklich ins Ueberlegen kaeme. Immerhin essen wir bei uns ja auch Kaninchen – und halten sie gleichzeitig als Haustiere. Ich bin immer noch der Meinung, dass es irgendwie verlogen ist, da Unterschiede zu machen. Jedenfalls finde ich auch Kuehe und Schweine total niedlich! Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Vietnamesen auch nicht ihre eigenen Haustiere essen (nur fremde…)
Meine selbstgerollten Fruehlingsrollen mit Flussfisch und mein Thunfisch in suess-saurer Sauce, die ich zum Abendessen hatte, haben mir jedenfalls ausgezeichnet gemundet!
So, jetzt freue ich mich darauf, wieder im Liegen schlafen zu koennen – nach der Nachtfahrt werde ich heute mal frueh in die Kiste huepfen.
Gute Nacht Euch allen!