Sawadee ka, Ihr Lieben,

dass heisst „Guten Tag“ auf Thai, nam heisst Wasser und khao Reis. So jetzt seit auch ihr bestens geruestet fuer einen Thai-Trip. Ich schreibe Euch heute aus Chumpon, welches an der Ostkueste liegt, nachdem ich heute morgen Ko Pha Yam (Ostkueste), verlassen habe. Ko Pha Yam ist eine kleine, feine Insel bei Ranong, gleich an der Grenze zu Myanmar. Hier habe ich jetzt eine ganze Woche lang irgendwie fast gar nix gemacht – boah, war das schoen. Erstmal hat mich letzte Woche Dienstag (ich muss die ganze Zeit auf die Datumsanzeige der Uhr gucken, sonst wuerde ich das mit der Zeitrechung gar nicht mehr hinbekommen) morgens um 5 Uhr der Nachtbus aus Bangkok in das dunkle Nichts von Ranong gespuckt. Da stand klein Silke also mit gross Rucksack zwischen lauter Thais in der Nacht und niemand wollte mir irgendwelche Zimmer oder Ueberfahrten verkaufen. Nachdem ich ein bisschen dumm geguckt habe, habe ich mich auf das naechste Saengthow (fragt mich nicht, wie das geschrieben wird, das ist ein Pick-Up, dessen Ladeflaeche mit seitlichen Sitzbaenken und Decke zum Bus umfunktioniert wurde, sehr verbreitet in Thailand) geworfen – ok, dass einzige – und habe versuchshalber den Fahrer (ungefaehr 100 Jahre alt)zugetextet. Natuerlich vergeblich. Wir konnten uns dann aber auf ein gemeinsames „Ko Chang“ einigen, und so bin ich dann mit zwei Musliminen und 1200 Kilo Huehnerfutter eingestiegen. Eine Ausladeaktion spaeter (ich habe natuerlich brav mit angepackt beim Saecke werfen, man will ja einen guten Eindruck hinterlassen als Farang (=Fremder)) stand ich dann mutterseelenallein an einem winzigen Pier irgendwo im Nichts. Immerhin gab es ein paar Baenke und diverse Werbung fuer Ko Chang und Ko Pha Yam. Da das erste Boot um 8 Uhr fuhr, hatte ich als genuegend Zeit um mich zwischen den beiden Inseln zu entscheiden. Mein netter Sitznachbar aus dem Bus hatte mir seine Tuete Fruechte vermacht (inzwischen weiss ich, dass es wahrscheinlich Cashew-Fruechte waren, lecker), die habe ich also gefruehstueckt, mir irgendwann den Sonnenaufgang angesehen, sehr huebsch, und als dann die ersten Leute eintrudelten, hatte ich mich endlich fuer Ko Pha Yam entschieden. Nach zwei Stunden Fahrt durch die schoene Andamanen-See erwarteten uns am Pier schon jede Menge Motorrad-Taxis (so muss das sein!) und nervten mit Angeboten. Ich hatte mich am Pier mit einem Nuernberger unterhalten, der auf der Insel Freunde treffen wollte und habe mich – mangels besserer Idee – einfach mal dieser Wahl angeschlossen. So bin ich dann also am Ao Yah Beach in den Hornbill-Huts gelandet. Nach einer kurzen Fahrt durch einen Wald von Cashew-Baeumen und Palmen (Reihenfolge auf dem Moped: Grosser Rucksack, Fahrer, Silke mit kleinem Rucksack) oeffente sich das Gruen ploetzlich wie ein Vorhang und praesentierte einen weissen Strand mit jade-farbenen Wasser, dass in kleinen, gischtigen Wellen ans Ufer schlug. Leude, ich sach Euch – Gaensehaut!!!! Die Hornbill-Huts waren eine gute Entscheidung: sehr familiaer und lustig, mit wunderbaren Huetten. Ich hatte (wie es sein muss) die schoenste Huette am Platz: Direkt vorne, mit bestem Blick aufs Meer von meiner eigenen Veranda. Der luftige Bambusbau beherbergte nicht nur ein Kingsize-Bett, sondern auch ein Badezimmer – das sollte man fuer 150 Bath am Tag (ca. 3,20 Euro) aber auch erwarten koennen ;-)Das Wasser, leider etwas zu truebe (vom aufgeschwemmten Sand) zum Schnorcheln, hatte Badewannentemperatur, um mich herum breitete sich Pflanzen- und Tierwelt (Hunde, Katzen, Katzenbabys, Gekos, Voegel, Moskitos etc…) aus – ich war endlich zu Hause! Die naechsten Tage habe ich mich dann nur noch zum Essen, Schwimmen und Schlafen aus meiner Haengematte (super bequemes Modell aus Bangkok) bewegt und war rechtschaffend faul (ok, habe in knapp drei Tagen „Die Saeulen der Erde“, 1151 Seiten, gelesen – gilt das auch?). Am Neumond-Abend hatten die Nuernberger (einer von ihnen fuehrt die Bar am Strand) eine „Burning-Man-Party“ organisiert und aus Holz einen bestimmt 4 Meter hohen Mann gebastelt (mit Kokosnuessen als – nunja – Nuesse). Der wurde dann Abends abgefackelt, waehrend drumherum im Sand rund 30 Leute aus aller Welt sassen und Freude hatten. Ein Finne spielte die Bongos, zwei California-Boys spielten die Gitarre, die Sterne funkelten ueber uns, das Meer rauschte – Herz, was willst Du mehr (ok, da faellt mir natuerlich das ein oder andere ein *g*). Und damit war dieser grandiose Abend noch nicht zu Ende. Bei Neumond gibt es naemlich ein ganz besonderes Phaenomen im Meer: Wenn Du dann nachts schwimmen gehst (was wir natuerlich getan haben), fluoresziert das Plankton (oder was auch immer) und jede Bewegung, die Du unter Wasser machst, hat einen hell leuchtenden Schweif zur Folge. (Vergesst „The Beach“ – in echt ist es Milliardenmal besser!) Zu beschreiben ist das kaum, man muss es einfach einmal erlebt haben. Wir waren alle total beseelt, vor allem die Nuernberger Jungs, die noch stundenlang erzaehlten, das sie mit ihren – aeh – „Pillemaennern“ (O-Ton eines rund 30jaehrigen) Lichter ins Wasser gemalt haben. Da konnte ich natuerlich nicht mithalten – ich fands aber trotzdem wunderschoen. Trotzdem hat mich jetzt wieder die Reiselust gepackt und nun will ich einmal sehen, was das Wasser auf der anderen Seite Thailands macht. Und da ich mich momentan an der fast engsten Stelle des Landes befinde, ist das eben auch kein Problem. Jetzt schwanke ich noch ein wenig, ob ich nach Ko Tao uebersetzen soll (ist aber ziemlich voll + ziemlich teuer, dafuer toll zum schnorcheln), oder einen der Straende in der Umgebung erkunde. Mein Gott, ist Urlaub anstrengend 😉 Ich hoffe, Ihr habt alle die boesen K-Tage gut ueberstanden (ich habe eine Gedenksekunde fuer Euch eingelegt, als ich mit ein paar Leuten vorgestern an einem Traumstrand schnorcheln war) und Ihr waermt mir Deutschland schon mal ein wenig an. Ich habe hier 37 Grad und das gefaellt mir sehr gut, aber leider bleiben mir ja nur noch zehn Tage (boah, nur nicht dran denken).

Apropos: Liebste Reisebuero-Ulrike, muss ich eigentlich bei Emirates auch mein Ticket bestaetigen, ich hatte gelesen, dass das nicht noetig sei, stimmt das?

So, jetzt ueberlege ich noch ein wenig und esse dabei lecker scharf Thai-Food.

Bis die Tage

Silke