… ich bin wirklich in Vietnam angekommen und sogar auf meiner Wunschinsel Phu Quok. Allerdings kann ich Euch nicht wirklich sagen, welchen Wochentag wir haben, welche Uhrzeit, und wem ich ueberhaupt bin. Drei Fluege innerhalb von 24 Stunden sind halt doch ein wenig viel. Wahrscheinlich habe ich mein Gehirn irgendwann bei der zweiten Landung oder dem dritten Start beim Druckausgleich endgueltig durch die Ohren in die Freiheit entlassen. Aber es lebt sich auch gut ohne (das sehen wir ja auch in unserer Umgebung immer wieder, gelle?)
Trotz der vielen Umsteigereien hat sich die ganze Anreise recht geschmeidig gezeigt. Erstaunlicherweise hat die gute Deutsche Bahn gar nicht gezickt, nur der doofe Bus hat auf sich warten lassen. Ich habe so gefroren (ganz toll vor allem, weil ich morgens zwar mit Reisefieber, aber ohne Stimme aufgewacht bin…), dass mein armer Hintern erst im Flughafen langsam wieder warm wurde. Dort habe ich gleich am Bahnhof eingecheckt – dort war die Schlange, wie ich mich hinterher natuerlich noch ueberzeugt habe, ungefaehr 20x kuerzer als beim offiziellen Check-In. Was ich ja faszinierend finde, ist, dass der Frankfurter Flughafen vor dreieinhalb Jahren, als ich das letzte Mal dort war, eine Riesenbaustelle war und jetzt – eine noch groessere Baustelle ist… Und natuerlich kam die obligatorische Durchsage ueber einen heimatlosen Rucksack, zum Glueck nicht in meinem Terminal.
Malaysian Airlines kann ich bisher uneingeschraenkt weiterempfehlen. Netter Service, klasse Essen und ein Onboard-Entertainment vom Feinsten. In Kuala Lumpur bin ich dann total verpennt herumgetorkelt und habe meinen Anschlussflug gesucht, um bei Nachfrage festzustellen, dass ich die ganze Zeit genau vor dem Gate stand…
Der Flieger nach Saigon war dann eine ganze Portion kleiner, dafuer konnte ich zugucken, wie mein Rucksack eingeladen wurde, was mich extrem beruhigt hat, da ich ja grundsaetzlich davon ausgehe, dass ich das gute Stueck nie wieder sehe, wenn ich es aufgebe. Und es gab, nachdem ich kurz vor der Landung in KL schon lecker Fruestueck (mit Nudeln und frischen Champignons) hatte, schon wieder Fruestueck (diesmal Omelett). Das habe ich natuerlich auch noch verputzt und dann den Rest des Fluges einfach verpennt.
(Uebrigens habe ich gerade ob meines Zehn-Finger-Blind-Tippens die Bewunderung meiner vietnamesischen PC-Nachbarin auf mich gezogen. Ich gehe jedenfalls mal davon aus, dass es Bewunderung war, weil verstanden habe ich sie natuerlich nicht…)
Bis zur Landung in Vietnam war ich eigentlich noch ziemlich noelig und waere irgendwie doch lieber Zuhause gewesen, aber sobald ich dann meinen ersten Kontakt mit dem fuer mich neuen Land hatte, war dies alles wie weggeblasen. Stellt Euch vor, Ihr verlasst die kleine Ankunftshalle, und draussen vor der Tuer empfangen euch geschaetzte 10000000000 Vietnamesen, alle fein saeuberlich im Halbkreis aufgebaut, die aelteren Damen sogar mit Stuehlchen. Wirklich wahr. Und die standen da einfach so rum, gar nicht laut, und guckten. Drumherum sorgten weitere 200000000 Vietnamesen mit viel HinundHergerenne fuer die noetige Hintergrundstimmung. Seit diesem Augenblick habe ich ein Dauergrinsen im Gesicht, das sich wahrscheinlich nur noch operativ entfernen laesst und mir den Ausdruck eines debilen, aber freundlichen Menschen gibt.
Danach hat sich das Universum fuer mich noch maechtig ins Zeuch gelegt, denn eigentlich waren alle Fluege nach Phu Quok ausgebucht. Aber ich habe mich auf die Standby-Liste setzen lassen („Sometimes it happens….“) und voila – bereits eine schlappe Stunde, nachdem ich in Saigon gelandet war, war ich schon wieder in der Luft, diesmal in einer Propeller-Maschine.
Auf Phu Quok wurden wir dann von einer Vietnamesin begruesst, die eine Schaerpe wie die von den Misswahlen trug, auf der allerdings nicht „Miss Phu Quok“ sondern „Wellcome to Phu Quok“ stand. Echt niedlich.
Draussen wurde ich gleich von x Motorrad-Taxen belagert, von dem ich mir dann im Asian-Styel (mein Rucksack vorne zwischen seinen Beinen, ich hinter ihm mit dem kleinen Rucksack) einen aussuchte und mich von ihm zum Ressort seiner Wahl fahren lies.
Dort werde ich jetzt erst einmal ein Nacht verbringen – ich hoffe allerdings, dass ich noch etwas besseres finde, denn leider bauen sie gleich nebenan ganz heftig.
Ansonsten ist die Insel glaube ich wirklich schoen. Und schon die Fahrt zu der Bungalow-Anlage hat mir auf einem Quadratmeter ungefaehr 1 Mio. Fotomotive gezeigt.
Allerdings spricht hier kaum jemand etwas anderes als Vietnamesisch, was ziemlich lustig, aber auch anstrengend ist. Der Motorrad-Mann, der mich gerade in das Hauptdorf gefahren hat, damit ich Geld kaufen und internetzen kann, hat mit mir eine halbe Sightseeing-Tour veranstaltet, weil er wohl meinte „Bank“ hiesse „vorwaerts“ oder so. Aber da das ganze ja nicht so teuer ist (ich habe ihm jetzt umgerechnet 1,50 Euro dafuer bezahlt), habe ich ihn mal ne Weile machen lassen und mich dem absolut chaotischen Strassenverkehr hingegeben. Im ganzen habe ich ca. 3 Kleinlaster, 2 Pkw und 100000000000 Mopeds und Fahrraeder gesehen, die alle einfach so fahren oder stehenbleiben, wie ihnen lustig ist. Klappt aber anscheinend immer.
So, dass ist also meinn erstes wirres Posting, wahrscheinlich werde ich es nochmal ueberarbeiten, wenn ich endlich mal mehr als 4 Stunden Schlaf hatte und meine Ohren aufhoeren zu summen.