So heisst ein Song von „Hanoi Rocks“. Bangkok hat zuerst sicher geschockt, ob Hanoi rockt, werde ich noch herausfinden, aber eines ist sicher: Saigon shakes! Saigon erschuettert und schuettelt einen durch und durch. Und sei es nur der Kopf, den ich den ganzen Tag schuettel, weil ich aus dem Staunen ueber den Verkehr nicht mehr herauskomme oder weil ich alle zwei Meter wieder klarmachen muss: Nein, kein „Moto-Bike“, nein, kein „Cyclo“, ja, ich will wirklich zu Fuss gehen!
Ich habe gerade einmal versucht, herauszubekommen, wieviele Verkehrstote Vietnam denn so im Jahr hat, denn nach meinen Beobachtungen in den letzten Tagen muesste das Land schon fast entvoelkert sein. Aber erstaunlicherweise steht es mit 20.000 Toten im Strassenverkehr 2004 erst relativ weit hinten nach Laendern wie China, Indien und sogar noch hinter den USA. Was beweist, dass die Vietnamesen offensichtlich einen sehr gut trainierten Selbsterhaltungstrieb haben. Denn was hier auf den Strassen abgeht, ist absolut wild. Saemtliche Verkehrsregeln (angeblich gibt es hier welche) sind ausser Kraft gesetzt, selbst solch elementare Dinge wie auf einer bestimmten Strassenseite zu fahren, im Dunkeln Licht am Fahrzeug an zu machen oder bei Rot an der Ampel stehen zu bleiben. Hier regiert das Gesetz der lautesten Hupe. Und von wegen asiatische Gelassenheit: Wer hier einmal Bus gefahren ist, weiss, dass das eine Luege sein muss. Da wird aufgeblendet, gehupt bis auf die Stossstange des Vordermannes aufgeschlossen, um ihn dann mit einem Abstand von hoechstens 5mm zwischen den Stossstangen und mit dem Spiegelbild des entgegenkommenen Wagens in der Pupille zu ueberholen. Und ich rede jetzt nur von vierraedrigen Verkehrsteilnehmern. Die Motorroller rollen ungezaehlt und ungeruehrt ueberall entlang, hupen um die Wette und lassen sich durch nichts und niemanden aufhalten.
Wenn ihr Euch eine Vorstellung von dem Verkehr in Saigon machen wollt, dann stellt Euch einfach Karneval in Koeln vor und ersetzt die Narren durch Mopeds und die Festwagen durch Pkw und Lkw. Beschleunigt dass ganze noch ein wenig (aber gar nicht mal so viel) und tauscht die Kapellen durch staendiges Gehupe aus. Dann habt Ihr so in etwa eine Vorstellung davon, was hier abgeht. Und worauf ich besonders stolz bin: Ich habe diverse Strassen – breite, grosse, boese Strassen – ueberquert und ueberlebt!
Der Trick dabei ist, sich einfach langsam und ungeruehrt vorwaerts zu bewegen und nicht die Nerven zu verlieren. Die Mopeds umfliessen einen dann quasi. Funktioniert bestens.
So, jetzt gehe ich erst einmal essen, dann gibt es mehr…