… das war jedenfalls meine erste Assoziazion, als ich in Nha Trang angekommen bin. Der Badeort, beliebtes Urlaubsziel auch fuer Vietnamesen, hat ein wenig den Charme der alten DDR, wenn auch nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick ist es nur ein langweiliger Urlaubsort mit einer Menge Hotel und Strand. Eigentlich wollte ich ja hier nur drei Stunden Stopp einlegen und dann gleich weiter nach Hoi An duesen, habe mir nach reiflicher Ueberlegung dann aber doch einen vollkommen Sightseeing-freien Tag gegoennt – das war jetzt einfach mal noetig, um die ganzen Erlebnisse der letzten 14 Tage sacken zu lassen. Und zeitlich passt das sogar sehr gut, denn gestern hatte ich „Bergfest“ – die Haelfte meines Urlaubs ist bereits um. (Also eigentlich mehr eine „Berg-Trauerfeier“)
Also schauen wir einmal, was die letzten zwei Wochen so alles gebracht haben:

Sonnenbraende: leider ja, zweimal sogar
Neue Sommersprossen: 73209037730200288878 (alle gezaehlt!)
Mueckenstiche: ungefaehr 300, grob geschaetzt, fast alle an den Fuessen und Knoecheln
Blasen: diverse, mindestens vier, aber alle tapfer weggelaufen…
Verdauung: praechtig, wie immer keinen Anflug des so oft in Reisefuehrern beschworenen Durchfalls, obwohl ich wie immer alles esse und trinke
Verknipste Fotos: das duerften inzwischen so an die 1200 sein (allerdings ganz viele Belichtungsreihen und verschiedene Einstellungen des selben Motivs, also keine Panik!)
Gelesene Buecher: Carlos Ruiz Zafón: Der Schatten des Windes, Thomas Bernhard: Holzfällen, Umberto Eco: Platon im Striptease-Lokal, jetzt ist gerade der Kafka dran. Bisher war ich mit der Wahl meiner Reiselektuere sehr zufrieden.
Verluste: 1 Reisepass (wie berichtet und zum Glueck wiederbekommen)
1 Kopftuch (bei der Moped-Tour auf Phu Quoc vom Winde verweht)
1 Flasche Sonnenmilch (bei der Mekong-Tour auf dem Boot liegen gelassen)
Eindruck vom Land:Dies wird definitiv nicht mein letzter Vietnam-Urlaub sein – das naechste Mal nehme ich mir dann aber nur einen kleineren Teil vor. Vietnam gefaellt mir bisher sehr gut, ueppige, sehr unterschiedliche Natur, tolles Klima, leckeres Essen und freundliche, neugierige Menschen. Allerdings haben diese absolut nichts am Hut mit Dingen wie Umwelt- oder Tierschutz (was in Thailand allerdings auch nicht anders ist). Gegessen wird, was nicht schnell genug auf die Baeume kommt, und was schnell genug oben ist gibt es dann halt zum Nachtisch.
Was mir ausserdem aufgefallen hat und mich anfangs sehr irritiert hat: Die Vietnamesen haben in vielen Bereichen einen ganz anderen Gestus als die Thais und natuerlich auch als wir. Ich habe es anfangs natuerlich mit den Gesten und Mienen versucht, die ich den Thais abgeguckt habe und damit leider nix erreicht ausser irritierte Blicke. Aber langsam gewoehne ich mich daran.

So, bevor gleich mein Nachtbus nach Hoi An startet, will nich noch etwas essen, darum hier erst einmal Schluss.

Uebrigens auch noch einmal ganz vielen Dank fuer die tollen Kommentare von Euch – ich freue mich riesig darueber! (Auch wenn ich nicht auf jeden eingehe…)