Da ich allein reise, kann ich meinen Neurosen ja hemmungslos nachgeben und bin daher schon seit 20 Minuten im Check-In-Bereich. Das ist echt meine Achillesferse – ich bin ein nervliches Wrack, wenn ich nicht überzeitig am Flughafen oder am Bahnhof bin. Wobei ich das heute auch schon ausgetestet habe. Danke meines nicht vorhandenen Zeitgefühls hatte ich genau 4 Minuten, um von der Ubahn auf das Gleis zu kommen. Mit Koffer. Und Rucksack. Aber es hat geklappt und ich hatte direkt Gesprächsthemen, als ich im RE versucht habe, möglichst wenig Menschen mit meinem Gepäck zu erschlagen. Wer auch immer diese dämlichen Ablagen in den REs entwickelt hat, soll bitte fiese Pickel am Po bekommen. Die taugen echt zu gar nix. Immerhin waren alle öffentlichen Verkehrsmittel so gut wie pünktlich – das sollte man durchaus auch lobend erwähnen.


Natürlich habe ich dann aber wieder für Chaos gesorgt, als ich mein schickes Bauchtäschchen (ca. 30 Jahre alt und wird zu solchen Anlässen immer rausgekramt) bei der Sicherheitskontrolle nicht abbekommen habe (Als Anti-Insta-Alte-Frau hab ich das Ding natürlich um den Bauch und nicht über der Schulter, wie die Kinder heute). Ich hab mich schon durch den Scanner fahren sehen als Extra-Gepäckstück, aber dann ging es zum Glück doch noch auf. Aber Leute: Die Angestellten da im Düsseldorfer Flughafen – ich habe noch nirgends auf der Welt so viele Fresse ziehende Menschen gesehen. Echt wahr. Ok, die müssen in Düsseldorf arbeiten – aber so ein bisschen Frohsinn macht das Leben doch leichter, oder? (Es war übrigens auch nix los, also konnten die mich auch nicht hassen, weil ich den Betrieb aufgehalten habe). Und natürlich wurde meine Elektronik wie jedes Mal auf Sprengstoffe getestet. Anscheinend wirke ich sehr bedrohlich …
Jedenfalls habe ich den sehr übersichtlichen Bereich hier durchgeguckt und sitze jetzt hier bei Jamie’s, habe mir einen Prosecco gegönnt und bringe mich in Blog-Modus. Fühlt sich übrigens gut an. Außerdem habe ich einen Vorsatz: Nachdem ich unzählige Reiseblogs durchgestöbert und auf Instagram Fotos ohne Ende geguckt habe, gehen mir diese ganzen gestellten „Ich mit dem Rücken zum Motiv voll total nachdenklich“ oder „ich mit extra langem Bein und Modellpose vor Sehenswürdigkeit“ so dermaßen auf den Zeiger, dass ich beschlossen habe, nur Anti-Insta-Bilder zu machen. Mit dummen Gesicht und Körper-Kaspar. Also wie immer eigenlich, nur diesmal absichtlich.
So. In 10 Minuten geht der Check-In los. Das nächste Mal melde ich mich wahrscheinlich aus Bangkok! Passt auf euch auf und macht keinen Unsinn ohne mich!